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Berlin 2008

Ring Award-Präsentationen an der Komischen Oper Berlin

25. April 2008

Wie bereits schon anlässlich des im Rahmen des Ring Award 05 vergebenen Sonderpreises in Berlin, ist die Präsentation der im Zwischenstadium befindlichen Konzepte junger kreativer Opernproduzenten von einem Insidertreff  zu einer inzwischen traditionsreichen Veranstaltung herangewachsen.  So bietet sich eine gute Gelegenheit für alle Freunde und Besucher der Komischen Oper Berlin, zu erleben, wie am Beginn ihrer Laufbahn stehende Regisseure und Bühnenbildner mit der Gattung Oper um­gehen und welche innovativen Konzepte sie zu entwickeln imstande sind. Diese Veranstaltung bietet nicht nur den Teams die Möglichkeit, ihre Arbeiten einer weiteren Jury zu zeigen, sondern auch allen, denen der Weg nach Graz zu weit war, die Gelegenheit, die Ideen und Visionen junger Künstler kennen zu lernen, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen. In dem in schick elegantem Design bestechenden Foyer der Komischen Oper Berlin fand die erfolgreiche Fortsetzung der etablierten Semifinale Präsentationen des Ring Award um die Vergabe des „Sonderpreises der Komischen Oper“ in Höhe von  € 1.500,- statt.  Von den 12 Semifinale Teams des diesjährigen Wettbewerbes stellten sich am 25. April 2008 sieben Teams den Entscheidungen der von Intendant Andreas Homoki zusammengesetzten und geleiteten Jury. Die weiteren Juroren Werner Hintze (Chefdramaturg), Barrie Kosky (Regisseur), Frank Philipp Schlößmann (Bühnenbildner) und Hans Neuenfels (Regisseur) setzten sich intensiv mit den vorgestellten Rigoletto – Konzepten auseinander und traten mit den Teams in eifrige Diskussionen, wobei sich das Team Jim Lucassen (Regie) und Jeroen van Eck (Bühne/Kostüm) im Vergleich zu Graz bei Ihrer Präsentation enorm verbessert hatte. Schließlich befanden nach eingehender Beratung die Experten der Musiktheaterwelt den „Rigolator“ des ring.award.off – Teams Beate Baron (Regie/Video), Justina Jaszczuk (Bühne/Video) und Genoel Rühle (Komposition) als überzeugendstes zu verwirklichendes Opernprojekt.  Der „Rigolator“ – eine begehbare Rauminstallation, wird nun als Gewinner des Sonderpreises der KOB im Finale des Ring Award zur Aufführung kommen, wobei das Team gleich den Chef-Light Designer der KOB, Franck Evin, verpflichtet hat, in Graz als Teammitglied sein Können unter Beweis zu stellen. Interessant waren die Lernprozesse der Teams, angesichts deutlich bemerkbarer Verbesserungen in der Erzeugung von Präsenz und Vermittlungsfähigkeit, zu beobachten. Waren manche Vortragende in Graz eher verhaltener Stimme, konnte man bei dieser zweiten Vorstellung eine gesteigerte Sicherheit erkennen, mit der die Regisseure und Bühnenbilder ihre Konzepte professionell zu vertreten vermochten. Die Souveränität erzeugende Übung des oftmaligen in die Öffentlichkeit Tretens der Semifinale Teams ließ diese auch eine stärkere Akzeptanz von der Jury ernten. Hausherr Homoki äußerte sich sehr zufrieden über die hohe Qualität der Inhalte und die neu gewonnene Sicherheit in der Präsentationsform der jungen Opernschaffenden. So wurde der erst 19-jährige Hannes Kapsch, der als Regisseur und Bühnenbildner in Personalunion auftrat, für seine äußerst musikalische Arbeit über Verdis Rigoletto besonders gewürdigt.  Als erfahrenes Jurymitglied konnte Intendant Homoki auch alle anderen zum Abschluss auf dem Podium versammelten Beteiligten zu deren gelungener Darbietung, unter heftigen Beifall des zahlreich erschienenen Publikums, beglückwünschen.  Danach wurden die Teams zu einem gemeinsamen Dinner im benachbarten Restaurant Dressler geladen. So fand die außergewöhnliche und spannende Veranstaltung einen wohlverdienten und gemütlichen Ausklang. Das Team Kristina Gerhard (Regie) und Anna Strauss (Bühne/Kostüme) sowie das Team Michaela Dicu (Regie), Winnie Karnofka (Bühne) und Claudia Köcher (Kostüme) wird man bei weiteren geplanten Semifinale Präsentationen sehen können.  Sowohl das Team Alexander Charim (Regie), Julia Kneusels (Bühne) und Annegret Riediger (Kostüme), als auch das Team Dorothea Kirschbaum (Regie) und Julia Müer (Bühne/Kostüm) werden ihre Rigoletto – Versionen im Finale des Ring Award von 20. – 22. Juni 2008 im Grazer Schauspielhaus inszenieren und dort um die Vergabe des ersehnten Ring Award 08 kämpfen.  

Christian Gschier

Ring Awward-Präsentation an der Komischen Oper Berlin, Fotogalerie

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